
Der Begriff PNF ist eine Abkürzung für Propriozeptive Neuromuskuläre Facilitation und beschreibt das Zusammenspiel des Muskel und Nervensystems.
Die Behandlungsmethode nach dem PNF- Konzept wurde von Dr. Herman Kabat entwickelt. Später arbeitete er gemeinsam mit Margaret Knott in Vallejo/ Kalifornien an der Weiterentwicklung der Grundprinzipien und Behandlungstechniken des PNF- Konzeptes.
Bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen werden durch die PNF-Methode insbesonder das motorische Lernen und die Ausdauer gefördert.
Durch Bewegungen in verschiedenen Diagonalen, bei denen möglichst viele Gelenke mit einbezogen werden, kommt es zur Aktivierung und Kräftigung der Muskulatur. Die Diagonalen verlaufen in drei Ebenen, da man davon ausgeht, daß viele Alltagsbewegungen dreidimensional ausgeführt werden (z.B. etwas aus dem Schrank nehmen, Gehen, Treppensteigen).
Durch die Anpassung von Widerständen (adäquate Widerstände) durch den Therapeuten kommt es zum sogenannten „Overflow“, das ist das Überfließen der Muskelspannung auf andere Muskelgruppen, die im Moment gar nicht behandelt zu werden scheinen. Durch eine gezielte Behandlung z.B. des rechten Arms kann es zu einem Überfließen der Spannung auf den Rumpf und die anderen Extremitäten kommen. So werden nicht nur einzelne Muskeln gekräftigt, sondern ganze Muskelketten angesprochen und Leistungsreserven des Patienten mobilisiert.
Bei der PNF- Methode werden verschiedene Techniken eingesetzt, wobei die meisten Techniken zum Spannungsaufbau der Muskulatur (Normalisierung des Muskeltonus, Muskelkräftigung, Muskeldehnung) eingesetzt werden. Es gibt jedoch auch Techniken zur Entspannung, zur Schulung des Bewegungsgefühls und der Koordination und zum Erlernen physiologischer (natürlicher) und Abbau pathologischer Bewegungsmuster. Die PNF- Technik ist im Gegensatz zu anderen neurologischen Behandlungstechniken nur mit der Hilfe eines Therapeuten durchführbar.