Einführung in die Ernährungstherapie der Klinik Dr. Evers

Die Multiple Sklerose ist bis heute nicht heilbar. Der Verlauf der Erkrankung kann sich jedoch auch durch eine spezielle Ernährungs- und Diättherapie äußerst positiv entwickeln.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der letzten Jahre zeigen eindeutig, dass neben der immunologischen Störung, Entzündungsprozesse den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. MS-Kranke weisen im Blut eine niedrige Konzentration ungesättigter Fettsäuren auf. Durch eine höhere Ansammlung von Arachidonsäure werden Entzündungsreaktionen gefördert. Es entstehen Botenstoffe, die sogenannten Entzündungsmediatoren. Durch eine Ernährungs- und Diättherapie soll diesem Ungleichgewicht entgegengewirkt werden. Es werden  bewusst  Nahrungsmittel eingesetzt, die reichhaltig an ungesättigten Fettsäuren sind. Hierdurch können Entzündungsprozesse deutlich herabgesetzt werden.

Wir legen Wert auf eine vitaminreiche Kost, wobei vorwiegend Vollkornprodukte verwendet werden. Bei der Zusammensetzung der einzelnen Mahlzeiten wird darauf geachtet, dass ein hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen vorhanden ist. Die Ernährung in unserer Klinik besteht aus wenig Zucker, Fett und Genussmitteln.

Es wird empfohlen, den Fleischkonsum auf zwei kleine Mahlzeiten pro Woche zu beschränken. Wir achten in unserer Küche auf fettarmes Fleisch, meiden fettige Wurst, Innereien und fetthaltige Milchprodukte.

Sehr zu empfehlen ist eine Omega-3-fettsäurehaltige Kost mit 2 bis 3 Fischmahlzeiten pro Woche, die in unserem Speiseplan integriert ist.

Bei einer zuckerreichen Ernährung kann es zu einer verstärkt hormonell gesteuerten Einschleusung der Arachidonsäure in die Zellen kommen. Der Verzicht auf Haushaltszucker, Rohr- und Rübenzucker ist Bestandteil einer gesunden Ernährung. Bei uns wird ausschließlich Honig für das Süßen der Speisen verwendet.